Die richtige Balance – CapEx to OpEx

Die richtige Balance - CapEx to OpEx

Das Momentum nutzen

Die Art, wie Unternehmen ihren Einkauf finanzieren, ändert sich. Und dies auch im Bereich der Investitionsmittel. Mit einem entsprechenden Einfluss auf die Bilanzierung der Ausgaben.

Kaufen oder Mieten – dieses beiden Optionen werden immer stärker abgewogen. Die Treiber dafür sind verschieden.
Die Entscheidungen müssen aus verschiedener Sicht betrachtet und die richtige Balance gefunden werden.

Am Ende der Überlegungen steht die Absicherung und letztendlich auch das Überleben der Unternehmen. Dafür braucht es aber auch die entsprechende Luft zum Atmen.

 

Die zwei Seiten der Medaille

Ein kurzer Ausflug in die BWL. 

Im Bezug auf die Ausgaben werden diese nach zwei Begriffen definiert.
Die Hauptunterschiede liegen dabei in der Kapitalbindung – in der Zahlungsweise und in der Besteuerung. 

  • CapEx – Capital Expenditures – sind die finanziellen Mittel, die als Investitionsausgaben eines Unternehmens bei der Anschaffung längerfristiger Aktiva (z.B. Maschinen, Gebäude) entstehen.
    Generell handelt es sich hier um einen Vermögenswert, der vorab und einmalig bezahlt und als Aufwand über einen längeren Zeitraum abgeschrieben wird.

     

  • OpEx – Operational Expenditures – bezeichnen die laufenden Betriebsausgaben (z.B. Material – und Personalkosten).
    Sie stellen kurzfristige Positionen bzw. Vermögensgegenstände dar und werden monatlich, quartalsweise oder jährlich (kontinuierlich) bezahlt und in vollem Umfang der jeweiligen Bilanzierungsperiode zugeordnet.

Grundsätzlich gilt ein gesundes Verhältnis der Investitionsausgaben (CapEx) zu den Umsatzerlösen als  ein wichtiger Indikator für Wachstum und ist beispielsweise für Investoren bei einer Bewertung der Unternehmen von  Bedeutung. 

So weit. So gut.

Immer mehr stellt sich für Unternehmen die Frage, wo und in welchem Maße der Eigentum an Assets notwendig, sinnvoll – und damit zeitgemäß – ist.

Diese Betrachtung sollte spätestens seit dem Einzug von SaaS – Software as a Service – Angeboten auf der Tagesordnung eines jeden Unternehmens stehen. 

Der Shift - Was mit SaaS begann

CapEx vs. OpEx  oder Kaufen vs. Mieten. 

Der Shift zum Mieten hat für Unternehmen spätestens zur Jahrtausend-Wende begonnen. 
Immer komplexere IT-Anforderungen und schnellere Anpassungszyklen der angesetzten Technik waren der Start für den Beginn einer  
dynamische „As a Service“-Entwicklung.

Software as a service (SaaS) inclusive Cloud-Dienstleistungen ist die kosteneffiziente Alternative zur traditionellen IT-Installation, bei der eigene IT-Infrastruktur gekauft, die Software selber installiert und mit einer eigenen IT-Abteilung betreut werden muss. Heutzutage aus dem Alltag zumindest im KMU-Bereich aller Branchen nicht mehr wegzudenken, um wettbewerbs – und finanziell handlungsfähig zu bleiben.

Konsequent und logisch der nächste Schritt mit Blick auf den Shift der Investitionen – Device as a Service (DaaS).
Device as a Service (DaaS) erleichtert die Steuerung des IT-Bedarf von Unternehmen durch die Auslagerung der Hardware, Software und Verwaltung der Geräte an externe Anbieter. Durch Mietmodelle incl. Abonnementnutzung (Subscription) kann ein Hardware-Bedarf schneller skaliert und auf neue Produkte aktualisiert werden, ohne die eigene Kapitalbindung selbst stark zu belasten.

Von den Optionen mit IT-Lösungen mal abgesehen – welches Unternehmen kauft heute noch seine Fahrzeuge? 
Und damit sind wir in der Welt von PaaS angekommen.

Product as a Service (PaaS) gibt es in einer Vielzahl an Angeboten mit einer Wachstumstendenz nach oben.
Sie bieten die Optionen zu traditionellen Investitionsausgaben bei Inneneinrichtungen und Ausrüstungsgegenständen für Unternehmen in den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen.

Subscriptions für Coffee-Shops oder Fitness-Studios beinhalten neben der Geräten auch die „Software“ an Kaffee und Getränken gleich mit. 

Full-Service-Partner für Büroausstattung kümmern sich um Leistungen von der Lieferung und Montage bis  zur Pflege der Möbel – sogar vor Ort.

 

Die neue Balance

Der größte Vorteil eines Ausgaben-Shifts von CapEx zu OpEx liegt auf der Hand: Unternehmen vermeiden die hohen Anschaffungskosten. Die Umwandlung führt zu einer Reduzierung des Kapitaleinsatzes oder Kreditbedarfen.

Der steigende Kostendruck aufgrund einer unsicheren Geschäfts- und Wirtschaftslage oder schwankender Nachfrage zwingt zum Umdenken. Eine Verschiebung trägt zur Stabilisierung des Unternehmens bei – das Investitionsrisiko sinkt. 

Werden keine Assets vorgehalten, die teilweise nicht benötigt oder voll ausgelastet sind, wird Kapital nicht unnötig gebunden. Stattdessen verfügt das Unternehmen über mehr liquide Mittel und kann diese an anderer Stelle gewinnbringend einsetzen.

Außerdem vereinfacht ein geringerer Investitionsaufwand mögliche Unternehmensgründungen und reduziert ggfls. Einstiegshindernisse für Anleger bzw. Investoren.

Neben den wirtschaftlichen und bilanziellen Vorteilen des Shift bieten die „As-a-Service“-Modelle insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen Zugang zu Technologien und Assets.

Aufgrund des hohen Investment-Bedarfes würde ihnen dieser Zugang  verwehrt bleiben würden.

Durch eine stärkere Ausrichtung auf die OpEx-Veranlagung bekommen Unternehmen die Möglichkeit, u.a. komplett neue Geschäftsmodelle anzubieten, ohne über Modelle der Finanzierung mit Banken und Finanzunternehmen verhandeln zu müssen.

Mehr Luft zum Atmen

Der Aufbau und die Weiterentwicklung eines Unternehmens erfordern von Beginn an eine weitsichtige Kapitalpolitik. Es ist die Balance zwischen der Sicherung des Geschäftsbetriebs durch Investitionen und der Erhaltung finanzieller Flexibilität.

Die Luft zum Atmen bringt der OpEx-Shift in den Ausgaben. Ein wichtiger Hebel ist die Mietoption von Assets mit Product as a Service als Herzstück.
Mieten ist im Geschäftsumfeld zwar bekannt, jedoch zumeist auf die Räumlichkeiten und Immobilien beschränkt. In den letzten Jahren hat sich das Mietmodell auch in vielen anderen Anwendungsbereichen etabliert. Mieten ist ein sehr effektiver Weg, um das eigene Geschäftsmodell im Bezug auf die Ausgaben besser zu steuern und zu entwicklen.

Bei der Nutzung eigener Assets lässt sich die Produktion nur bis zur Kapazitätsgrenze steigern. Weiteres Wachstum ist erst durch umfangreiche Investitionen in Produktionsanlagen und Infrastruktur möglich, was wiederum die Fixkosten erhöht und Kapital bindet. 

Geänderte Herausforderungen durch zunehmende Digitalisierung und wachsenden Konkurrenzdruck durch die Globalisierung stellen zusätzliche Anforderungen an die Flexibilität.

Mit Blick auf die Alternativen bei einem Ausgaben-Shift von CapEx 
zu OpEx werden die Vorteile sehr deutlich.

  • Reduzierung der Kapitalbindung durch Investitionsvermeidung

  • Geringe Cash Flow-Belastung durch Ratenzahlungen für die Nutzung
  • Flexibilität für Up & Downs in der Geschäftsentwicklung
  • Aktualität der Assets innerhalb des Abonnements (Subscription)
  • Geltendmachung steuerlich als laufende Betriebsausgaben

  • Skalierbarkeit im Wachstum ohne Investitionsbindung

CapEx vs. OpEx  oder Kaufen vs. Mieten. Es ist nicht Frage, was besser oder schlechter ist.
Es ist ausschliesslich die Frage, was für das Unternehmen richtig ist. Wie eingangs schon geschrieben – es geht um 
die Absicherung und letztendlich auch das Überleben der Unternehmen. 

Dafür braucht es für die Luft zum Atmen die richtige Balance der Ausgaben.
Dieses Jahr hat uns die Notwendigkeit dieser Überlegungen deutlich gemacht.

Die richtige Balance – CapEx to OpEx

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